Zwei Wochen ist sie jetzt schon wieder alt, die neue Single der Ärzte und damit schon fast nix neues mehr. Bei vielen aber sicher dennoch unerhört.
Nein, die Ärzte sind mit Sicherheit kein Sakropop, kein Gospel und kein Lobpreis, auch wenn sie »Danke für diesen guten Morgen« singen können.
Es geht auch nicht um Kirchenentwicklung, wenn sie vom Neuen singen, aber ich habe mich mit meiner Sehnsucht nach Veränderung wiedergefunden im Text des Songs.

Doch du spürst es ist soweit – etwas macht sich in dir breit
ein Schatten liegt auf deinem Herzen, friert es ein
andern gehts schlechter noch, na klar
doch das Gefühl ist nun mal da
und es lässt dich einfach nicht zufrieden sein

Es wird Zeit für etwas Neues – es wird Zeit für etwas Neues
einfach Zeit für etwas Neues – es wird Zeit für etwas Neues

bewahre dich vorm Selbstbetrug
hast du denn wirklich schon genug?
Schau dich um – vielleicht ist da noch mehr
du denkst, du hast dein Ziel erreicht – doch die Langeweile schleicht
im Schatten deines Glückes hinterher

soll ich alles riskieren – werd ich am Schluss alles verlieren?
Ich weiß zwar nicht was – doch ich vermisse es so sehr

Es wird Zeit für etwas Neues – es wird Zeit für etwas Neues
einfach Zeit für etwas Neues – es wird Zeit für etwas Neues

Ich weiß, dich zu ändern, fällt dir schwer
doch warum fühlst du dich so leer?
Es geht nicht mehr weiter wie bisher
ist da vielleicht noch mehr?

Diese Fragen haben sich mir immer wieder gestellt. Kann / soll / muss es so weitergehen oder ist da noch mehr? Kann ich einfach loslegen und etwas neues ausprobieren, oder verschrecke ich damit nur die Alten, kann ohnehin keine Neuen gewinnen und habe am Ende alles kaputt gemacht?
Ich mag gerne das Gewohnte und brauche nicht ständig etwas Neues. Es kann gerne die „same procedure as last year“ sein und das, was wir schon immer so gemacht haben, machen wir auch dieses Jahr wieder so, aber ich finde Tradition darf auch nicht zum Prinzip erhoben werden. Es muss nicht nur Altbewährtes sein, sondern man kann / soll / muss auch mal Neues ausprobieren.
Vielleicht ist Langeweile ein gutes Qualitätskriterium. So wie es die Ärzte besingen:
du denkst, du hast dein Ziel erreicht – doch die Langeweile schleicht
im Schatten deines Glückes hinterher
Ist das, was wir regelmäßig tun, eigentlich noch spannend, oder machen wir das nur, weil es so schön einfach ist? Schleicht uns vielleicht schon die Langeweile hinterher? Sagen vielleicht auch die anderen schon hinter vorgehaltener Hand „Ach, das schon wieder“?
Es soll ja nicht werden, wie bei dem alten Ehepaar, wo er sich täglich für das gleiche, leckere Essen bedankt, weil er denkt, dass sie das so gerne kocht und sie das gleiche Essen immer wieder kocht, weil sie denkt, dass er  das so gerne isst. Letztendlich haben beide dieses Essen aber schon lange satt.
Sollte es bei Ihnen Zeit für etwas Neues sein, dann würden wir uns freuen, davon zu hören.
Vielleicht können wir ja gemeinsam Neues erproben.
Bis dahin gesegnetes Schaffen in ORA und Labora,
Tim Kaufmann
Den gesamten Text von NOISE gibt es übrigens hier: https://www.bademeister.com/songs/noise